Bruckmühl, 31.05.2019, von Michael Teichmann

Alarmübung aus einer anderen Sicht

Das Szenario Wohnhausexplosion, als Einsatzübung, aus der Sicht unseres Gruppenführers.

"Am Freitag den 31.05.2019 gegen 16:30 Uhr wollte ich es mir noch kurz gemütlich machen, ein kleines Eis auf dem Sofa bevor es gleich zu Freunden geht zum Grillen.

Der Piepser schreit im Schlafzimmer. Mist auf ins Schlafzimmer hören was los ist.

Ich hörte nur rauschen und die Wörter Einsatz …… Explosion und wieder Rauschen. Großartig, schnell eine SMS geschrieben „Komme nicht zum Grillen“ und ab zum Auto. Die Autofahrt zieht sich wieder wie immer, wenn man es eilig hat. Ich werde wieder der letzte sein und mit dem Isuzu nach fahren dachte ich mir, wie meistens.

Doch beim THW angekommen sind noch alle da. Ich schnell umgezogen, eingestempelt und im Funkraum Anmeldung. Danach zum Zugführer. Kurze Lagebesprechung, was, wo, wer, wie viele und wer noch alles Alarmiert ist. Einsatzort zwei Straßen weiter, Wohnhaus bei Bauarbeiten an der Heizung kam es zu einer Explosion es sollen Personen im Haus gewesen sein ca. 7.

„Gruppenführerweste anziehen und mit dem Zugtrupp von Miesbach mitfahren und den Weg zeigen“ sagte mein Zugführer zu mir. Gut. Los gings. Wir fuhren die zwei Straßen zu der Adresse.

Da sahen wir gleich eine Frau auf der Straße uns ran winken. Der Zugtrupp suchte sich erstmal einen Parkplatz und sperrte die Einsatzstelle soweit es ging ab und der Zugführer und ich gingen schon mal uns eine Lage machen.

Eine verletzte Person im Eingangsbereich des Hauses, schwer ansprechbar sie war auf den Kopf gefallen. Zwei Helfer kümmerten sich gleich um sie. Wir gingen ums Haus und entdeckten Rauch aus dem Keller und eine weitere Person in einem Schacht, die nach Ihrem Hund rief. Sie muss dort hineingestürzt sein. Schürfwunden und ein scheinbar gebrochenes Bein. Der Zugführer forderte gleich weitere Kräfte an. Die 1ste Bergung Miesbach und das BRK Schliersee. Die sehr schnell da waren. Einparken und dem Gruppenführer vom BRK die Infos über die Personen gesagt.

Die Bergung baute ein Dreibock mit dem EGS um die Verletzte Person aus dem Schacht zu retten. Eine Kollegin vom BRK hat sich zur verletzten Person abseilen lassen um sie zu versorgen und um ihr die Rettungswindel anzulegen. Sie wurde gerettet. In der Zeit hatten sich die Atemschutzgeräteträger vorbereitet und sind mit dem Exwarngerät in den Keller. Der Sicherungstrupp machte sich auch klar. Meine Jungs der 1sten Bergung mit dem EGS Anhänger sind auch schon da. Einer ging zu dem Atemschutztrupp, einen Trupp schickte ich zur weiteren Erkundung. Eine weitere Person wurde gemeldet, ich gab die Meldung gleich persönlich beim Zugtrupp ab, ich stand ja nur 5 Meter entfernt. Ich brachte den Gruppenführer vom BRK gleich zum Verletzten, der die weiteren Schritte einleitete und den Verletzten von seinen Sanitätern versorgen lies. Ich wollte grade meinen Trupp weiter Erkunden lassen da hieß es „Gas tritt aus“ alles zurück und Abstand halten!

Nach Rücksprache mit der Übungsleitung wurde Entwarnung gegeben, das Multiwarngerät hatte ja nichts gemeldet. Also weiter erkunden. Sie durchsuchten einen Kriechspeicher über der Garage in dem sie sogar eine Person fanden, die wurde mit dem Schleifkorb und einer schiefen Ebene gerettet (Zwei Leiterteile zusammengesteckt und in einem sehr flachen Winkelangelegt und Schleifkorb runterziehen).

Zwischenzeitlich bei den Atemschutzgeräteträgern ein Unfall einer vom Trupp wurde verletzt. Der Sicherungstrupp machte sich auf den Weg. Zum Retten des Kollegen. Das ging sehr schnell bis der verletzte Kollege aus dem Keller gezogen und gleich dem Rettungsdienst übergeben wurde. Unter den Umständen ist eine schnelle Rettung notwendig und keine schonende, weil wenig Sicht bis keine Sicht, Atemgifte in der Umgebung, das Maß der Verletzung ist nicht einzuschätzen und dem Kollegen ist im Keller nicht zu helfen also schnellstmögliche Rettung ins Freie. Natürlich nur gespielt. Und auch die Verletzte Person (Übungspuppe) wurde aus dem verrauchten Keller gerettet.

Eine verletzte Person im Dachgeschoss. Das Treppenhaus ist nicht begehbar. Der Balkon ist einsturzgefährdet. Also wurde der Balkon von unten mit den Baustützen, die wir dabei hatten, gesichert. Des Weiteren wurde vor dem Balkon eine Plattform mit dem EGS gebaut und das Balkongeländer entfernt um die Person zu retten. Auch diese Person wurde vom BRK versorgt.

Es wurde ab jetzt nur noch wieder aufgeräumt. Alles auf die Fahrzeuge und so. Es ging jetzt wieder in den Bereitstellungsraum THW Bad Aibling.

Dort wurde bei Grillfleisch, Würstchen, Kartoffelsalat und Semmeln die Nachberechnung gemacht. Die im Großen und Ganzen sehr positiv war, die Zusammenarbeit der Ortverbänden und dem BRK war sehr gut.

Nicht zu vergessen die Nachspeisen, Torten und so weiter.

Der Abend ging noch lange aber weiter Ausführungen würden die Privatsphäre der Helfer beeinträchtigen."

- Michael Teichmann - GruFü B1 THW OV Aib


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